Das "Obere Selketal" - von der Quelle bei Stiege bis zur Burg Anhalt -

Mal - lieblich, schlängelt sich die Selke dahin. Wiesen säumen ihre Ufer.

Mal - wild rauscht die Selke daher. Durch Felsen und Schluchten bahnt sie sich ihren Weg.

Die Selke ist ein rechter Nebenfluss der Bode. Wo ihre Quelle liegt, wird verschieden interpretiert. Die Einen behaupten das wäre auf den "Stieger Höhen". Die Anderen wieder meinen, erst nach der Vereinigung mit dem Katzsohlbach im Bergsee bei Güntersberge, würde sie ihren Ursprung am Abfluss des Bergsees haben. Richtiger ist wohl das Erstere. Aber egal wo sie ihren Ursprung hat, oder an welchem Teil des Flusslaufs man sich befindet, immer ist das Tal einmalig anzuschauen.
Von ihrem Ursprung auf den Wiesen der "Stieger Höhen" aus nimmt sie den Verlauf in das nordöstliche Vorland in Sachsen-Anhalt. Sie hat eine Gesamtlänge von 69 km, wovon 34 km im bewaldeten Gebirgsbereich des Harzes liegen. Dann durchfließt sie eine breite Tal-Aue im nördlichen Harzvorland um nach weiteren 35 km hinter Hedersleben in die Bode zu münden. Je nach Gesteinsuntergrund hat sich die Selke im Harz ein schmales, bis zu 80 Meter tief eingeschnittenes oder lieblich weit ausholendes Tal geschaffen. Das Tal der Selke bildet damit das idyllischste aller Harzer Flusstäler. Und es ist vollständig naturbelassen und unverbaut – keine Staumauer beeinflusst das Landschaftsbild und hält den Lauf des Flusses auf.
Das obere Selketal umfasst mehrere Naturschutzgebiete. Über 600 ha weist das Naturschutzgebiet „Selketal“ und weitere 2271 ha das Naturschutzgebiet „Oberes Selketal“ bei Mägdesprung auf. Entlang des Oberlaufes der Selke wird sie auf einer Länge von 17 km von der Selketalbahn, einer Nebenbahn der Harzer Schmalspurbahnen, begleitet.

2006 wurde der „Selketal-Stieg“ als ausgeschilderte Wanderroute angelegt. Das Logo mit der Burg und dem Schriftzug weist den Weg. Der „Selketal-Stieg“ führt auf 67 km von Stiege über Güntersberge, Straßberg, Silberhütte, Alexisbad, Mägdesprung, nach Meisdorf, und weiter über Ballenstedt und Gernrode bis nach Quedlinburg. Entlang des „Selketal-Stiegs“ gibt es viele Sehenswürdigkeiten. Auch sind Haltepunkte der Selketalbahn in den Streckenverlauf des „Selketal-Stiegs“ eingebunden. So können Wanderer jederzeit ihre Tour mit der Bahn weiterführen, oder einfach ein Stück des Weges bis zur nächsten Station zurücklegen. Entlang des „Wander-Stiegs“ sind auch verschiedene Stempelstellen der Harzer Wandernadel. Dadurch bereitet die Wanderung noch mehr Freude. Man kann daheim dann nicht nur von der Wanderung berichten, sondern auch die erwanderten Abzeichen vorweisen. Das erste Wanderabzeichen ist bereits mit 8 Stempeln erworben. Wer alle 222 Wanderstempel hat, kann sich HARZER WANDERKAISER nennen. Für Kinder bis 11 Jahre, gibt es bei mindestens 11 Stempeln eine WANDERPRINZESSIN oder einen WANDERPRINZ.

Ach ja. Gemeint sind natürlich die Abdrücke der Stempel und nicht diese selbst, wie leider schon wanderfreudige die Erfahrung gemacht haben.

Zu besonderen Themen wurden auch spezielle Stempel und Stempelhefte herausgegeben. Wie zum Beispiel der "HARZER STEIGER - Wandern auf den Spuren des Harzer Bergbaus." Auch diese sind in der Region vorhanden. Lernen Sie bei einem Besuch die Region "oberes Selketal" kennen. Die ganz Eiligen starten vielleicht lieber gleich nahe der Quelle bei Güntersberge.