Einsatzübung Bahnunfall in Silberhütte

Die Freiwillige Ortsfeuerwehren der Stadt Harzgerode, der Ortverein Quedlinburg des Technischen Hilfswerkes sowie die HSB proben gemeinsam

Einsatzkräfte bei der Arbeit
Einsatzkräfte bei der Arbeit
(Foto: HSB/ Baumgärtner)

Einsatzkräfte haben die ersten Passagiere (Jugendfeuerwehr) aus dem Zug geborgen. Mit dem Einsatzstichwort „Bahnunfall mit mehreren Verletzten“ wurden die acht Freiwilligen Ortsfeuerwehren aus Dankerode, Harzgerode, Güntersberge, Königerode, Neudorf, Schielo, Straßberg und Siptenfelde am Sonntag, 11. September kurz nach 9.30 Uhr alarmiert. Es handelte sich hierbei nicht um einen echten Einsatz, sondern um eine groß angelegte Einsatzübung.

Simuliert wurde ein Bahnunfall der HSB, welcher im Waldhof in Silberhütte realitätsnah inszeniert wurde. „Bei dem Szenario wurde besonders darauf geachtet, dass es so gut wie möglich realen Bedingungen entspricht“, erklärte der stellv. Stadtwehrleiter, Patrick Jentsch. Die Grundidee dazu hatte der Stadtwehrleiter a.D. Bernd Korn bereits im vergangenen Jahr. Im Einsatz wirkten rund 80 Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Ortsfeuerwehren der Stadt Harzgerode und 10 Helfer des technischen Hilfswerkes mit. Neben den Helfern waren auch 10 Mitarbeiter der HSB mit dem Notfallmanager und dem Bereitschaftsteam dabei. Weitere Rettungskräfte vom Rettungsdienst wurden durch die Leitstelle Harz in Bereitschaft alarmiert.

Durch die Stadtfeuerwehr wurde Vollalarm für alle Einheiten der Ortsfeuerwehren der Stadt Harzgerode ausgelöst. Da sich Einsatzkräfte des THW OV Quedlinburg bei einer Ausbildungsveranstaltung in der Nähe befanden, wurden diese ebenfalls alarmiert. Die Ortsfeuerwehr Siptenfelde traf als erste am Einsatzort ein. Kamerad Nico Hartung übernahm den Einsatz und verschaffte sich einen Überblick über die Lage.

Am Haltpunkt Waldhof Silberhütte der HSB war es zu einem Zusammenstoß zwischen einem ausfahrenden Personenzug und einem Triebwagen gekommen. Der Triebwagen kippte aufgrund des Zusammenstoßes auf die Seite. Während des Aufpralls befanden sich Personen im Triebwagen, welche von den eintreffenden Rettungskräften verletzt aufgefunden wurden. Im Personenzug befand sich zum Unfallzeitpunkt eine unbekannte Anzahl von Passagieren. Durch die Gefahrenbremsung des Zuges fielen Personen aus einem Waggon und wurden unter dem Zug eingeklemmt.

Die verletzten Fahrgäste wurden nach und nach aus den Zügen, sogar aus dem Umkreis gerettet und zu einem Sammelpunkt gebracht. Hier galt es, diese zu betreuen und die z.T. unter Schock stehenden Personen vor dem unkontrollierten Verlassen des Unglücksortes zu hindern. Es wurden 29 Verletzte, davon 10 Leichtverletzte ermittelt. An dieser Stelle ein großes Lob an die Verletzten- Darsteller, welche von Kameradinnen und Kameraden der Kinder- und Jugendfeuerwehren sowie Eltern gestellt wurden.

Die Gefahrenlage wurde sofort nach Alarmierung dem Bürgermeister der Stadt Harzgerode gemeldet. Nachdem sich der Bürgermeister, Jürgen Bentzius vor Ort ein Bild von der Lage machte, sagte er: „Da es sich um eine Einsatzübung handelt, besteht ebenso das Erfordernis, das Leistungsvermögen der Verwaltung, die Koordinierung und Überwachung des Einsatzes zu simulieren“. Auf Grund des außergewöhnlichen Schadensfalls hat der Bürgermeister einen Führungsstab der Verwaltung einberufen, um mit den Einsatzkräften zusammenzuarbeiten und entsprechend Hilfeleistungen zu geben. Die Einsatzübung verlief reibungslos, Alarmierungsstelle der HSB hat gut funktioniert. Die Hilfsorganisationen haben Hand in Hand zusammengearbeitet.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden bereits vor Ort und werden auch nochmals in einer Nachbesprechung ausgewertet. „Übungen wie diese festigen die gute Zusammenarbeit, zeigen Verbesserungspotentiale auf und motivieren uns, das Fachwissen ständig aktuell und abrufbar zu halten, um es erfolgreich anwenden zu können“ war das Resümee des neuen Stadtwehrleiters, Thomas Banse. „Daher unser großer Dank an die HSB, welche uns ein Personenzug mit Dampflok und Triebwagen extra für dieses Szenario zur Verfügung gestellt hat.“ Gemeinsame Presseinformation der Stadt Harzgerode und der Harzer Schmalspurbahnen GmbH.

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