Güntersberge

Güntersberge

Lieblich beginnt der Lauf der Selke auf den Stieger Höhen. Entlang der Bundesstraße 242 schlängelt sie sich dahin. Bald schon sammelt sie ihr Wasser, und bildet den Bergsee. Im Ort wird er auch häufiger Mühlteich genannt. Die Katzsohl mündet hier, von Breitenstein kommend, und vereinigt in dem See ihr Wasser mit der Selke.

Hochaufragend sind die Berge rechts des Sees. Der Kohlberg, auf dessen Kuppe sich das "Bodendenkmal Güntersburg" befindet, liegt gleich neben dem Katzsohltal. Daneben der Martinsberg mit der Martinsklippe. Und im Anschluss reiht sich der Mühlberg an. An seinem Fuss befand sich die letze Mühle des Ortes.

Direkt am Abfluss des Sees liegt Güntersberge. Hier wurde 1922 der Künstler und Professor Karl Hagedorn geboren.

Siptenfelde

Siptenfelde

- Liebenswert, wie alle Orte im oberen Selketal nimmt Siptenfelde seinen Platz auf dem Plateau ein. Umringt von Wiesen und Wäldern bietet der Ort schon von Weitem einen einladenden Anblick. Hase - so werden die Siptenfelder auch scherzhaft genannt. Aber nur unter Einheimischen. Als Besucher sollte man dieses lieber nicht tun; denn nicht jeder Einwohner mag als solch ein Hase bezeichnet werden. -

Straßberg

Straßberg

1194 wurde Strazberc erstmals genannt. Natürlich in alten Urkunden. Jahrhunderte alter Bergbau hat hier seine Spuren hinterlassen. Seit dem 1400 Jahrhundert haben sich die Leute hier von Bergwerksarbeiten und Landwirtschaft ernährt. Und nicht nur einen Schacht hat es hier gegeben. Stollen hatte man tief in den Berg getrieben, welche unterirdisch bis über den nächsten Ort hinausreichten.

Dabei schlängelt sich hier die Selke sanft in ihrem flachen Bett durch den Ort. Das Erz wurde in ihrem Wasser gewaschen. Direkt neben der Selke fährt zum Greifen nah die Selketalbahn entlang. Dörfer und Länder nur durch den Fluss getrennt hat es genau an diesem Ort gegeben. Lindenberg in Preußen auf der einen Flussseite - Straßberg in Anhalt auf der anderen. Nur über die Selke zuspringen genügte, damit der Büttel jemanden nicht mehr verfolgen konnte. Bis man 1950 beide Orte zu Straßberg vereinigte und auch die Länder bzw Provinzen nicht mehr als solche existierten.

In Straßberg findet man nicht nur die "Grube Glasebach" als Bergwerks Museum, sondern auch viele schöne Wanderwege. Diese führen entlang des Unterharzer Teich- und Grabensystems. Ein besonderes Highlight bildet dabei der "Neudorfer historische Rundwanderweg" welcher einen Endpunkt am Bergwerksmuseum "Grube Glasebach" hat.
Von hieraus führt er in 2 Varianten nach Neudorf.
Die längere Variante 1 führt über Hellergrund zum Birnbaumteich, dem Kunstgraben, dem Teufelsteich, zur Stahlquelle und weiter über den Pfaffenberg nach Neudorf. Die kürzer Variante 2,. oder auch der Rückweg der 1. Variante, führt fast direkt nach Neudorf.

Otto Könnecke war ein berühmter Sohn des Ortes. Am 20. Dezember 1892 wurde er hier geboren und wurde der 1. deutsche Verkehrsflieger. Er wurde mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet.

 

Silberhütte

Silberhütte

- Das silberhaltige Erz, welches man hier geschmolzen hat, gab dem Ort den Namen. Einer der Jüngsten ist er. Bergbau wird auch hier nicht mehr betrieben. Holzverarbeitung brachte den Einwohnern später ihr Einkommen. Sie bauten sich aus dem reichhaltigem Holzangebot der hiesigen Wälder eine eigene Kirche. Nicht ein metallener Nagel wurde dazu verwandt. -

Neudorf

Neudorf

- Die wichtigste Erzader in der Region hat hier ihren Anfang. Neudorfer Gangzug wurde sie nach diesem Ort benannt. Sehr früh schon hatte man hier einen ersten calvinistischen Prediger. -

Dankerode

Dankerode

- Etwas abseit der Selke liegt Dankerode. Der Ort wurde erstmals 992 urkundlich erwähnt. Ein bekannter Sohn der Gemeinde war Otto Böhme (1876 – 1939). Von 1914 bis 1921 war er Landrat des Kreises Simmern im Hundsrück. -

Harzer Naturistenstieg

Harzer Naturistenstieg Bereits seit 2008 gibt es die Idee, bei Dankerode einen Naturistenstieg einzurichten. Dieser führt durch die Wälder und Wiesen des Harzes bis zur Wippertalsperre.

Auf dem Naturisten-Wanderweg besteht natürlich keine "Ausziehpflicht". Daher können auch ganz normale Wanderer diesen Weg in gewohnter Weise benutzen.

Königerode

Königerode

War es das Jahr 900? So in etwa wird es gewesen sein. Aus westlichen Gebieten kamen 9 bis 11 landlose Bauernsöhne in den Harz. Dünn besiedelt war die Region damals. Urwald rodeten sie und schufen sich eine neue Lebensgrundlage. Als Cuningarod wurde der Ort bezeichnet, in einer Anlehnung an den Namen Cuno des Anführers der Bauernsöhne und dem Umstand das durch Rodung der Platz für den Ort geschaffen wurde. Otto der III. war es der im Jahr 992 im Alter von 12 Jahren die Urkunde unterzeichnete. So erzählen es Legenden und berichten Urkunden und Chronisten. Heute wird der Ort Königerode genannt. Selbst eine Gerichtslinde gab es im Ort, und somit einen Gerichtsplatz. -

Schielo

Schielo

Etwas versteckt liegt Schielo - zwischen Harzgerode und Königerode. Karl Blossfeldt († 9. Dezember 1932 in Berlin) wurde hier am 13. Juni 1865 geboren. Er war ein Fotograph, welcher durch streng-formale Pflanzenfotografien bekannt wurde. Er gilt als Vertreter der Neuen Sachlichkeit. 1881 begann er eine Lehre als Bildhauer und Modelleur in der Kunstgießerei in Mägdesprung.

Karl BlossfeldtTraubenholunder Blütenknospe

Harzgerode

Harzgerode

Wir sind nun im Hauptort des oberen Selketals.
Weit dehnt sich hier die Ebene aus. Wiesen umgeben den Ort. Unterzentrum mit Aufgaben eines Mittelzentrums, so die Verwaltungsbezeichnung.
Hazacanroth, war der Gründungsname. Wahrscheinlich war an dieser Stelle ein Wehrturm. Und drum herum siedelten sich dann Leute an. Später entstand an dieser Stelle ein Marktplatz. Es kann natürlich auch sein das die Reihenfolge anders war. Zwischen 1549 und 1552 wurde der Wehrturm zu einem Schloss umgebaut.

Bereits im 10. Jahrhundert bekam der Ort das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. Der 28. Oktober 1576 war ein bedeutender Tag in Harzgerode. An diesem Tag wurde Rudolf von Anhalt-Zerbst als fünfter Sohn des Fürsten Joachim Ernst von Anhalt (1536–1586) aus dessen zweiter Ehe mit Eleonore (1552–1618), Tochter des Herzogs Christoph von Württemberg hier geboren. Am 20. August 1621 verstarb er in Zerbst.

In der Zeit von 1635 bis 1709 war Harzgerode Residenzstadt des Fürstentums Anhalt-Bernburg-Harzgerode. Bergbau und Hüttenwesen waren die wichtigsten Erwerbszweige für die Leute in der Umgebung. Man baute silberhaltigen Bleiglanz (Galenit) ab. In Harzgerode wurde am 15. Mai 1871 Prof. Wilhelm Otto geboren. Er machte seine erste Berufsausbildung zum Kunstschmied in der Eisenhütte unterm Mägdesprung. Später studierte er in Berlin und schloss seine Ausbildung als Bronzegießer und Bildhauer ab. Er schuf solche bekannten Werke wie  "Der Tänzer" (1920) oder "Die Kaminuhr" später hatte er eine Professorenstelle an der Hochschule in Berlin. Dort verstarb er 1950.

Die Kaminuhr (1900) von Wilhelm Otto        Der Tänzer (1902) von Wilhelm Otto

Alexisbad

Alexisbad

Seinen Namen hat der Ort nach Herzog Alexius Friedrich Christian von Anhalt-Bernburg. Er gründete den Ort und genehmigte einen Kurbetrieb. Mit seiner Familie war er oft in Alexisbad. Die Petruskapelle wurde als Teehäuschen für seine Frau die Herzogin Friederike von Anhalt-Bernburg erbaut.

Mägdesprung

Mägdesprung

Der Ort Mägdesprung ist aus der Eisen- und Hüttentätigkeit der Region entstanden.
Zur Herkunft des Namens werden verschiedene Geschichten erzählt.
Zum Einen, das die am linken Ufer der Selke, am Fuss des Zirlberges und heute als Erna-Quelle bekannte Quelle in früheren Zeiten "Meidensprungk-Quelle" bezeichnet wurde. Eine Quelle bezeichnete man damals auch als Sprung oder Spring. Und Mädchen wurden Meiden genannt, je nach Sprachgebrauch auch Mägdelein. Also ist eine Mädchenquelle ein Mädchenspring bzw. Meidensprung. Daher also Mägdesprung.
Eine andere Geschichte bezieht sich auf eine Vertiefung an einem naheliegenden Felsen. Dieser hat die Form eines Fußabdruckes, um dessen Entstehung sich eine Sage rankt.
Ach übrigens haben in manchen Gegenden die jungen unverheirateten Mädchen sich am Ostermorgen das Waschwasser aus einer Quelle geholt. Auf dem Weg hin und zurück durfte nicht gesprochen werden, bis sich die Mädchen mit diesem Wasser gewaschen hatten. An diesem Tag würden sie dann ihren Liebsten finden. Sollten sie doch gesprochen haben würde sich das Schönheitswässerchen in Plapperwasser verwandeln.
So hat Mann es also angestellt zu einer schweigsamen Frau zu kommen.